Erfahrungsbericht

Baby und Kleinkind auf Flusskreuzfahrt mit A-ROSA SENA

Von Markus Baldauf • Lesezeit: 8 Min.

Wir hatten schöne 7 Tage auf der A-Rosa Sena. Das Schiff ist für alle Generationen entwickelt worden und wir (40, 32, 4 und 1 Jahre) freuten uns darauf, die Familienkabine zu testen. A-Rosa möchte das Kundensegment Familie erschließen und tut viel dafür. Leider mangelt es an einigen Ecken gerade in Bezug auf kleine Kinder noch an Routine, Verständnis und Hardware. Dies kann mit dem nötigen Willen jedoch behoben werden.

Wille ist auf jeden Fall bei vielen Mitarbeitern vorhanden. Wir hatten mit Marc E. einen super herzlichen und top motivierten Ass. Hotelmanager, der es mit seinem Team schaffte, unseren Urlaub von Tag zu Tag besser zu machen. Allgemein kann man sagen, dass auf Flusskreuzfahrt das Personal mehr auf einen eingeht und man weniger in der Masse untergeht wie auf Hochseekreuzfahrt.

Da unsere 2 Kinder die einzigen auf der Reise waren, war der Service eingeschränkt. Es gab keine Betreuer im Kids Klub und auch kein Kinderbuffet im Restaurant.

Anreise

Für die Fahrt nach Köln haben wir uns für die Bahn entschieden und profitierten vom Kleinkindabteil. Leider hat die Bahn 40 Minuten Verspätung eingefahren, was zum ersten Stress führte. Das Anreisezeitfenster ist faktisch nur 30 Minuten, da der Check-In um 15:00 Uhr beginnt und um 15:30 offiziell alle Mann an Board ist. Kommt man zu früh, sitzt man vor verschlossenen Türen, ist man zu spät bleibt die Hoffnung, dass das Schiff wartet. Beides nicht optimal für ein entspanntes Anreisegefühl. Ein kurzes Telefonat mit dem Schiff ergab jedoch, dass eine Anreise bis 16:00 möglich ist.

Am Bahnhof konnten wir unsere Koffer dankend den freundlichen A-Rosa Mitarbeitern übergeben und dann ca. 1 Km gemütlich zum Schiff spazieren – Bugfoto inklusive! Transfer war bei uns nicht inkludiert und mit Kindern hätten wir mangels Sitzen auch nicht im Kleinbus mitfahren dürfen. Das ist auch der 1. Kritikpunk: Kinder müssen auch gesetzeskonform transferiert werden.

Der Check-In selbst war schnell und ereignislos vergleichbar zu einem Hotel. Pässe oder Personalausweis vorlegen, Schlüsselkarte erhalten, fertig. Es gibt auch keine zeitraubenden Sicherheits- oder Zugangskontrollen mit Foto wie auf Hochseeschiffen. Verwirrend ist, dass Babys bis 2 Jahre weder im Online Manifest erfasst werden müssen, noch einen Schlüssel oder eine Landgangskarte erhalten.

Kabine

Die Familienkabine der A-Rosa Sena ist wirklich gut durchdacht. Meiner Meinung nach könnten darin auch 6 Erwachsene schlafen, denn neben dem Doppelbett bieten auch das große Schlafsofa und die lagen Doppelstockbetten ausreichend Komfort dazu. Unsere Kinder mochten v.a. die kleinen Feinheiten wie die Schuhbank, das Bücherregal, die Spielschubladen und natürlich die Tischnische, welche auch noch einen Vorratsschrank hat. Generell kamen wir mit den vielen Lagermöglichkeiten so gut zurecht, dass wir uns sogar thematisch einrichten konnten. Auch das große Bad mit der für Schiffe riesigen Dusche ist ein Traum. Wer möchte, kann sich an der Rezeption Babyphone und Kinderbademantel besorgen.

Schmerzlich schlecht gefielen uns die zu großen Lampen in den Doppelstockbetten. Die Couch-Tische finden wir für kleine Kinder sogar gefährlich. Für das nächste Schiff wäre es vielleicht auch ein Gedanke, einen der zwei Waschtische im Bad abzusenken. Jedenfalls könnte A-Rosa mal einige Tritthocker, Windeleimer und Toilettenaufsätze für Kleinkinder besorgen.

Dass die Kabine unter der Wasserlinie liegt und das Oberlicht auch nicht geöffnet werden kann, war uns bewusst. Zu beachten ist hier, dass gerade bei Fahrten mit Gegenverkehr doch einiges an Wellen entsteht, welche gegen das Fenster schlagen. Da fühlt man sich dann ein Wenig wie vor der Waschmaschine. Ansonsten hat die Lage auf Deck 1 den Vorteil, dass man sehr schnell im Kids Klub und im SPA beim Whirlpool ist.

Essen

Mit Market Restaurant, Sena Grill, Pavilion, River Side, Lounge, Lunchbox und Room Service kommt man auf 7 Dining Outlets. River Side mit seinem Outdoor Grill und Pavilion als Bedienrestaurant waren bei unserer Reise leider nicht in Betrieb, die Sitzfläche wurde jedoch vom Market Restaurant genutzt. Das Market ist das Hauptrestaurant und als Buffet mit Showküche konzipiert. Das Essen war durchwegs sehr lecker und gerade der karibische Abend ein Highlight.

Man hat lediglich zu Beginn der Essenszeiten das Gefühl von Enge, weil alle gleichzeitig sich etwas holen. Hier könnte sich A-Rosa eine Entzerrung überlegen indem man nicht erst um 12:30 bzw. 18:30 mit dem Service beginnt. Ein früherer Beginn wäre auch massiv kinderfreundlicher. Schwer getan hat sich die motivierte Küchencrew mit Allergenen. Hier waren einige Speisen leider falsch deklariert was bei Gluten Unverträglichkeit keinen Spaß macht.

Zwei Daumen hoch auch für den Room Service. Dieser ist im Premium Preis inklusive und man kann von 7 bis 22 Uhr Getränke und Snacks bestellen. Preistipp für den kostenpflichtigen Sena Grill ist das 2-Gang-Menü für 29€, da einige Steaks einzeln bereits über 30€ kosten.

Unterhaltung & Fazit

Den Kids Klub hatten wir für uns alleine und er steht auch 24h am Tag zur Verfügung. Grundsätzlich ein sehr schöner durchdachter Raum mit vielen tollen Spielmöglichkeiten. Leider erwartete uns bei Anreise ein schmutziger, chaotischer Raum mit defekten Möbeln und Spielgeräten. Nach gerade mal 100 Tagen sehr schade. Wenigstens hat das Wartungsteam einiges instandgesetzt.

Zwei Daumen hoch bekommt der moderne Fahrstuhl mit Glastür. Ein Buggy hat da problemlos hineingepasst. Vermisst haben wir den Wickeltisch und einen Waschsalon. Gerade mit kleinen Kindern will man nicht alles in die Board Wäscherei geben.

Mein Fazit:

Es war eine schöne Reise mit einer tollen Crew. Die individuellere Betreuung im Vergleich zur Hochsee ist sehr angenehm. A-Rosa hat hier aber auch noch gut Luft nach oben und ich hoffe, dass einige Punkte in Angriff genommen werden. Ein Urlaub mit der A-Rosa Sena kann ich empfehlen!